Transsib 2011

Transsib 2011

Mit dem Zug nach Brunei

Diesen Traum haben wir schon seit ein paar Jahren. In diesem Blog werden wir die Vorbereitungen der Reise dokumentieren und natürlich während der Reise berichten.

Hier findet Ihr eine Karte mit der geplanten Strecke und hier findet Ihr Bilder von unterwegs.

Viel Spass! Bernd, Helga und die 3 Prinzen

Montag, 4.Juli (Ulan Bator-Peking)

Die Reise bis PekingGeschrieben von Bernd Mi, Juli 06, 2011 19:05

Der Zug sollte um 7:15 abfahren, aber dieses Mal hatte er etwa eine halbe Stunde Verspätung. Es ist der Zug „Nummer 4“, der direkt aus Moskau kommt. Eine Gruppe Schweden im Abteil nebenan hat die ganze Reise ohne Unterbrechung gemacht und freut sich schon auf eine Dusche… Unser Waggon ist etwas älterer Bauart. Das wäre nicht so schlimm gewesen, aber er war auch dreckig. Und das, obwohl wir 6 Begleiter und nur etwa 10 Gäste im Wagen haben. In Russland waren die 9 Abteile voll und zwei Begleiter, die sich abgewechselt haben, haben alles immer pikobello sauber gehalten. Unsere Begleiter sitzen in ihren Abteilen, schauen Filme und rauchen, obwohl überall Zeichen stehen, dass das Rauchen verboten ist. In der Nacht haben sie auch ganz ordentlich gezecht. Wir haben in einem früheren Beitrag geschrieben, dass die Waggons sauber sind, aber es scheint da große Unterschiede zu geben. Helga hat dann selber Hand angelegt und so gut wie es geht sauber gemacht. Als sie den Teppich währen eines Stopps nach draußen zum Ausklopfen brachte, dachte einer der Zugbegleiter erst wir würden versuchen den Teppich zu klauen.

Abends kamen wir dann an die chinesische Grenze. Auffallend war hier, dass die Abfertigung auf der chinesische Seite viel effektiver war als das was wir von den Russen und Mongolen gewöhnt waren. Die Zöllner und Grenzbeamten kamen im Laufschritt über den Bahnsteig und alles wirkte recht militärisch organisiert.

Nach der Abfertigung auf der chinesischen Seite mussten dann noch die Waggons auf die schmalere chinesische Spurbreite umgebaut werden. Der Zug wurde in zwei Teile geteilt, die nebeneinander in eine große Halle gefahren wurden. Hier wurden die einzelnen Wagen mit Maschinen von ihren Fahrgestellen gehoben, die alten Fahrgestelle wurden zur einen Seite aus der Halle heraus gefahren und auf der anderen Seite kamen die neuen Fahrgestelle herein. Als sie am Platz waren, wurden die Wagen wieder abgesenkt. Wieder wirkte alles sehr gut organisiert. In etwa einer Stunde war alles vorbei.

Die Landschaft hat sich südlich von Ulan Bator von der grünen Hügellandschaft, von der wir so begeistert waren, schnell in eine Steppe und Wüste verändert. Wir hatten wegen der Hitze das Fenster offengelassen und schnell eine dicke Staubschicht im Abteil. In China wurden die Orte dann grösser und wir sahen große Industrieanlagen, oft mit hohen Schornsteinen aus denen schwarze Wolken kamen. Die haben sicherlich zu dem Dunst beigetragen, den wir heute Morgen haben.

Zu unserer Überraschung bekamen wir gestern Tickets für Frühstück und Mittagessen. Hatten wir eigentlich nicht bestellt, aber wenn’s umsonst ist… Das Frühstück bestand aus einem Ei, zwei Scheiben Weißbrot, Butter, Marmelade und einem Glas Tee. Alls Besteck bekamen wir natürlich Stäbchen. Aber wie schmiert man die harte Butter auf dem weichen Toast mit Stäbchen?

Helga konnte das Frühstück leider nicht genießen. Ihr Magen hat in der Nacht rebelliert und fing gerade an, sich wieder zu beruhigen. Sie brauchte auch etwas Schlaf, da sie die ganze Nacht kein Auge zu bekommen hat.

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Mongolische Jurten

Die Reise bis PekingGeschrieben von Bernd Mi, Juli 06, 2011 19:03

Die mongolischen Jurten (oder Gers) hatten wir eigentlich nur bei den Nomaden erwartet, aber man sieht auch sehr häufig in den Städten und Dörfern. Ganze Siedlungen bestehen aus Jurten, meist mit Zäunen drum herum und Fernsehantenne auf dem „Dach“. Die Türen sind klein (Bernd hat sich ordentlich den Kopf gestoßen) und Fenster gibt es keine. Das Licht kommt nur durch die Tür und hauptsächlich durch eine Öffnung in der Mitte des Daches, durch die auch der Schornstein geht. Im Inneren stehen meist ein Bett, davor ein Tisch und ein paar weitere Sitzgelegenheiten. Neben dem Eingang auf der einen Seite ein kleiner Küchenschrank und auf der anderen Seite der Behälter mit der vergorenen Stutenmilch. Falls es nur ein Bett gibt, müssen einige Familienmitglieder nachts auf Matrazen schlafen, die tagsüber weggeräumt sind. Betten, Schränke und auch das Gerüst der Jurten sind mit Malereien verziert. Es wirkt sehr gemütlich. Am Tag unseres Ausfluges war es sehr heiß, aber in den Jurten war es angenehm kühl. So eine Jurte kostet so um die 1000$ auf dem „Schwarzen Markt“ am Rande Ulan Bators, aber natürlich gibt es da grosse Unterschiede. Ein Fachmann kann sie in einer Stunde abbauen. Das Viehzeug (Kamele, Pferde, Rinder) wird dann für den Transport verwendet und in einer Stunde ist alles am neuen Platz wieder aufgebaut. Das Sommerhaus unseres Führers war neu und gemauert, aber daneben stand eine Jurte in dem sich das Leben abspielte. Zumindest im Sommer.

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Samstag, 2. Juli (Terelj National Park)

Die Reise bis PekingGeschrieben von Bernd Sa, Juli 02, 2011 17:17

Für heute haben wir kurzfristig am Freitagabend einen Ausflug in den Gorkhi-Terelj National Park organisiert. Um 10:00 morgens holten uns unsere Führer, der Chef von „Orange Tour“ und sein Sohn, im Hotel ab. Die Fahrt bis in den Park dauerte etwas mehr als 1 Stunde. Wir waren froh, dass wir in dem chaotischen Verkehr nicht selbst fahren mussten. Der Fahrer musste sich auch vor den zahllosen Schlaglöchern in Acht nehmen. Unsere Führer erklärten uns, dass die vielen Schlaglöcher durch die extremen Temperaturunterschiede entstehen. Wir denken aber, dass hat auch mit mangelnden Wartung zu tun.

Nachdem wir die Stadt verlassen hatten fuhren wir durch eine wunderschöne, grüne Landschaft mit sanften Hügeln. Kein Baum weit und breit. Später im Park wurden die Berge dann etwas schroffer und war zum Teil auch bewaldet. Überall standen Jurten, einzeln oder in kleinen Gruppen. Im Nationalpark sahen wir auch größere Gruppen von Jurten, die den Touristen als Hotel dienten. Im Vergleich zum Baikalsee schien man hier schon besser auf Touristen vorbereitet zu sein. Auffallend war, dass die kleineren Orte sehr aufgeräumt aussahen. Die Jurten und Häuser waren von Zäunen umgeben und sowohl auf den Grundstücken als auch davor lag kaum Müll. Später sahen wir, dass es auch in den Jurten sehr ordentlich zugeht. Auf dem Boden liegt ein sauberer Teppich und alles wirkt sehr ordentlich.

Nach einer Stunde hatten wir den ersten Halt, um in einer Jurte Pferdefleisch, mongolischen Tee (warme Milch mit Wasser und Salz) und vergorene Stutenmilch zu probieren. Zum Abschluss bekamen wir noch einen gefüllten Teigfladen aus dem das Fett nur so tropfte. Bis auf die Stutenmilch hat das alles wirklich gut geschmeckt.

Beim nächsten Halt 10 Minuten später durften wir eine Runde auf Kamelen reiten und einen Adler auf unserem Arm halten, um ein Foto zu machen. Richard war zuerst etwas skeptisch aber dann ist er doch tapfer auf sein Kamel gestiegen. Der Adler war 6 Kilo schwer und er konnte ihn nur mit Hilfe halten.

Noch eine viertel Stunde später waren wir dann an der Endstation. Wir wurden wieder in eine Jurte eingeladen, wo wir zur Erfrischung mongolischen Tee serviert bekamen. Außerdem bekamen Helga und Bernd Ledergamaschen verpasst. Uns war nicht ganz klar warum, aber dann sagte der Führer, dass wir reiten sollten. Na ja, dachten wir, das wird sicherlich so eine Platzrunde wie auf den Kamelen. Weit gefehlt, wir waren fast 1 ½ Stunden unterwegs! Helgas Pferd war wie alle anderen lammfromm aber mehr am Grasen interessiert als am Gehen. Immer wieder blieb es stehen und Helga war zumindest am Anfang etwas ratlos. Auch Richard bekam sein eigenes Pferd, wurde aber von unserem Begleiter, der seinen Sohn auf mit auf dem Sattel hatte, an der Leine geführt. Immer wieder haben wir einen Bach gekreuzt, der Richtung Russland in den Baikalsee fließt. Als wir abstiegen gingen wir noch für eine ganze Weile etwas breitbeinig.

Dann ging es zurück in die Jurte für ein mongolisches Festmahl. Mongolen essen hautsächlich Fleisch. Unser Mahl wurde in einem großen Topf über offenem Feuer zubereitet. Im Topf war Schafsfleisch, Kartoffeln, Gemüse und vier Steine, die glühend heiß waren, als sie in den Topf kamen. Dazu gab es Reis und Salat und natürlich mongolischen Tee. Richard hat hiervon ausnahmsweise nichts probiert und bekam eine koreanische Nudelsuppe und einen Multivitaminsaft. So einen Saft hätten Helga und Bernd auch gerne gehabt, aber sie haben tapfer den Tee getrunken. Hat wirklich toll geschmeckt, aber Bernd hatte Verdauungsprobleme auf der Rückfahrt. Er brauchte öfter mal dringend eine Toilette… Auch Richard schwächelte auf der Rückfahrt etwas, unsere Warnung, dass er gleich kotzen würde, quittierte der Fahrer mit sofortigem Anhalten und hektischer Suche nach einer Plastiktüte. Richard hat sich dann aber tapfer geschlagen, ist bald eingeschlafen und war wieder fit als er aufwachte.

Auf der Rückfahrt haben wir noch das „Mongolische Hotel“ besucht, das von einem Deutschen Braumeister und einem mongolischen Geschäftspartner vor ein paar Jahren gebaut wurde. Diese Luxusherberge liegt etwas außerhalb von Ulan Bator in einer wunderschönen Landschaft an einem kleinen Fluss. Und man schläft in Jurten, die sogar mit Dusche und Toilette ausgestattet waren! Das wirkte wirklich toll und war preislich auch im Rahmen. Für die einfachste Jurte war der Preis 80$ pro Nacht für 2 Personen, nicht viel teurer als unser Hotel Evergreen.

Bevor es wieder ins Hotel ging hatten wir noch zwei weitere Stopps. Zuerst hat uns unser Guide sein Sommerhaus gezeigt, dass von seiner Schiegermutter und deren Eltern bewohnt wurde. Auf dem Grundstück standen ein nagelneues Steinhaus, eine altes, baufälliges Haus und eine Jurte. Unser Eindruck war, dass sich das Leben hauptsächlich in der Jurte abspielt. Das neue Haus sah fast unbenutzt aus. Der letzte Halt war an einem Denkmal auf einem Berg am Rande der Stadt. Dieses Denkmal war von den Russen gebaut. Man sah zum Beispiel Lenin und auch den ersten (und einzigen?) mongolischen Kosmonauten.

In der Stadt sahen wir, dass viele Leute Autos durch Winken anhielten und nach einem kurzen Wortwechsel einstiegen. Es waren ganz normale Autos und wir dachten zuerst, dass sie per Anhalten fahren würden. Unser Guide klärte uns dann aber auf, dass diese Auto Taxen sind. Von außen nicht zu erkennen. Zum Taxifahren braucht man in Ulan Bator keine Lizenz und für viele ist das ein Nebenverdienst.

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